Neue Musikzeitung Ausgabe März 2026
Konzert am Dienstag, 17. März 2026, um 19.30 Uhr im Forum St. Peter in Oldenburg
![]() |
Klaviermusik und Lyrik führen am Dienstag, 17. März 2026, um 19.30 Uhr im Forum St. Peter in der Peterstraße 22–26 in Oldenburg durch eine musikalische Waldlandschaft. Unter dem Titel „Wald und Bäume“ verbinden der Pianist Faraz Forouzandeh und die Musikwissenschaftlerin Kadja Grönke Werke der Romantik mit nordischer Klaviermusik und zeitgenössischer Komposition.
Im Mittelpunkt des Programms stehen Robert Schumanns Klavierzyklus Waldszenen op. 82 sowie Werke von Edvard Grieg und Jean Sibelius. Ergänzt werden sie durch Lyrik von Heinrich Heine, Joseph von Eichendorff, Michail Lermontow, Rudaki, Friedrich Rückert und Johann Wolfgang von Goethe. Die Gedichte werden von Kadja Grönke rezitiert und bilden gemeinsam mit der Musik einen gedanklichen Weg durch den Wald – von der romantischen Naturerfahrung bis zu nordischen Klanglandschaften.
Einen besonderen Akzent setzt die Uraufführung von Christoph J. Kellers Klavierstück Poème III (Baum des Lebens), das der Oldenburger Komponist im Jahr 2025 vollendet hat. In dem Werk verbindet Keller traditionelle Kompositionstechniken mit einer gemäßigt modernen Tonsprache. Der Grundton B bildet dabei den harmonischen Ausgangspunkt für die musikalische Entwicklung.
Der Pianist Faraz Forouzandeh, 1993 in Teheran geboren, studierte Klavierpädagogik an der Hochschule für Künste Bremen sowie „Musik und Vermittlung“ an der Musikhochschule Münster. Derzeit studiert er im Konzertfach Klavier am Prince Claus Conservatorium in Groningen und unterrichtet in Oldenburg sowie an der Kreismusikschule des Landkreises Diepholz.
Kadja Grönke ist Musikwissenschaftlerin und außerplanmäßige Professorin an der Universität Oldenburg. Sie arbeitet zur Musik des 19. bis 21. Jahrhunderts und engagiert sich seit vielen Jahren in der Vermittlung von Musik und Literatur. Als Initiatorin der Dialogkonzerte an der Universität Oldenburg verbindet sie regelmäßig wissenschaftliche Perspektiven mit künstlerischer Praxis.
Der Eintritt zum Konzert ist frei, Spenden sind willkommen. Veranstaltungsort ist das Forum St. Peter, Peterstraße 22–26 in Oldenburg.
KONZERTREIHE „DIE KLÄNGE DER FRAUEN“
Der Deutsche Tonkünstlerverein möchte auch 2026 die bereits seit 2020 etablierte und publikumswirksame Reihe „Die Klänge der Frauen“ am Internationalen Frauentag fortsetzen und diesmal zwei außergewöhnliche Komponistinnen in einem Portrait vorstellen: die kroatische Komponistin Dora Pejaevi der Spätromantik und die aus Rumänien stammende deutsche Komponistin und Musikwissenschaftlerin Prof. Violeta Dinescu. Beide werden mit jeweils einem besonders bedeutsamen Werk vorgestellt, um das Vorurteil „Frauen können keine großen Kompositionen schaffen“ zu widerlegen. Für die Interpretationen dieser Klavierwerke konnten die Pianistin Lal Karaalioglu (Türkei) und Louisa Emilia Schneider gewonnen werden.
Ein zweiter Schwerpunkt des Konzertes ist die Begegnung mit Prof. Violeta Dinescu, die der Einladung des DTKV Braunschweig gefolgt ist und im Konzert anwesend sein wird. Im Gespräch soll die Hemmschwelle vor der Neuen Musik überwunden werden. Dinescu gehört zu den wichtigsten und international anerkannten zeitgenössischen Komponistinnen, deren Musik überall in der Welt aufgeführt wird.
Die Musikwissenschaftlerin Claudia Bigos, dem Publikum bereits aus zahlreichen Veranstaltungen zum Thema „Komponistinnen“ bekannt, wird im Gespräch mit der Komponistin auch in die oft schwer lesbare Verschriftlichung der Neuen Musik einführen.
Es werden zwei Werkzyklen von Frau Prof. Dinescu aufgeführt. Ausgewählte Stücke aus dem Klavierheft I „Märchen“ werden von SchülerInnen Braunschweiger KlavierpädagogInnen vorgetragen. Der zweite Zyklus Klavierheft II zeigt das ganze Universum der Ideen Dinescus. Anhand von 11 Vogelnamen entwickelt die Komponistin Musikbilder, die teils mit der traditionellen Schriftart und teils mit Sonderzeichen komponiert sind. Ziel ist es, das Unvorstellbare zu konkretisieren und in Musik zu verwandeln.
Die erst kürzlich entdeckte dreisätzige spätromantische Sonate b-Moll op.36 von Dora Pejaevi beeindruckt mit ihrer musikalischen Ausarbeitung und formalen Konzeption – eine (überfällige) Braunschweiger Erstaufführung.
Der DTKV ist sehr stolz, in Braunschweig eine Komponistinnen-Portraitreihe ins Leben gerufen zu haben, die einen großen Teil zur Sichtbarkeit der über viele Jahrhunderte unsichtbaren Komponistinnen beiträgt und die viel positive Rückmeldung vom Braunschweiger Publikum erhalten hat.
◾ Friederike Leithner (fl)
Flyer zum Downloaden (PDF)